Große Freude in Nußloch: Einer von hier vertritt die Region im Landtag
(eme 9.3.26) Yannick Veits hat es geschafft: Der Nußlocher Grünen-Politiker zieht erstmals in den Stuttgarter Landtag ein – nicht über das Direktmandat, aber über die Landesliste seiner Partei.
Jubelstimmung bei den Nußlocher Grünen
Im Nußlocher Grünen-Lager war die Erleichterung am späten Sonntagabend mit Händen zu greifen. Schon während der ersten Hochrechnungen hatte sich abgezeichnet, dass es für ein Direktmandat im Wahlkreis 37 Wiesloch eng werden würde, doch zugleich wuchs die Hoffnung auf den Einzug über die Liste. Als dann klar war, dass Yannick Veits tatsächlich in den Landtag nachrückt, überwog in der örtlichen Runde im kleinen Kreis schnell die Freude: Nußloch ist künftig mit „einem von hier“ im Stuttgarter Parlament vertreten. Das ist mehr als nur ein symbolischer Erfolg – viele vor Ort empfinden es als Signal, dass kommunales Engagement und regionale Verwurzelung sich auszahlen.
Ergebnis im Wahlkreis Wiesloch
Im Wahlkreis Wiesloch holte Christiane Staab (CDU) klar das Direktmandat, sie lag bei den Erststimmen mit rund 34 bis 35 Prozent deutlich vor Yannick Veits, der auf gut 24 Prozent kam. Auch bei den Zweitstimmen lag die CDU knapp vor den Grünen, beide Parteien bewegten sich hier jeweils knapp unter 30 Prozent. Damit bleibt der Wahlkreis klassisch zweigeteilt: das Direktmandat geht an die Christdemokraten, während die Grünen sich über ein starkes Zweitstimmenergebnis die Absicherung über die Landesliste sichern. Für die FDP dagegen blieb der Wahlabend im Wahlkreis wie im Land insgesamt ernüchternd; sie verpasste den Wiedereinzug in den Landtag, was die politische Statik der Region spürbar verändert.
Stimmenanteile ausgewählter Parteien im Wahlkreis 37
| Partei | Erststimmen-Kandidat | Erststimmen Anteil | Zweitstimmen Anteil |
| CDU | Christiane Staab | ca. 34–35% | 28,9% |
| Grüne | Yannick Veits | ca. 23–24% | 28,4% |
| SPD | Xenia Rösch | ca. 9–10% | 7,2% |
| FDP | Claudia Felden | ca. 5–6% | 4,8% |
| AfD | Thomas Nitz | ca. 20–21% | 19,5% |
Einer von hier im Landtag
Für Nußloch bedeutet der Einzug von Veits, dass künftig ein Gemeinderat aus der eigenen Mitte Landespolitik mitgestaltet. Der 32-Jährige, beruflich in der Finanzwirtschaft tätig und in Vereinen wie Musikverein und SG Nußloch verwurzelt, hat sich in den vergangenen Jahren als Stimme einer jungen, pragmatischen und zugleich werteorientierten Kommunalpolitik profiliert. Gerade diese Doppelrolle aus lokalem Ehrenamt und landespolitischem Anspruch kam bei vielen Wählerinnen und Wählern gut an, auch wenn es am Ende nicht ganz zum direkten Sieg im Wahlkreis gereicht hat. In Gesprächen im Wahlkampf hatte Veits immer wieder betont, er wolle kein Abgeordneter sein, der nur in Stuttgart sei, sondern sicht- und ansprechbar in Nußloch, Wiesloch und den umliegenden Gemeinden bleiben.
Was Veits in Stuttgart vertreten will

Yannick Veits grüner Kandidat Landtagswahl 2026
Inhaltlich hat sich Veits klar positioniert: Er will die Interessen der Städte und Gemeinden im Wahlkreis Wiesloch im Landtag stärker hörbar machen, von der Finanzierung der Kommunen über Klimaschutz bis hin zu Bildung und Gesundheit. Themen wie die bessere Ausstattung von Schulen, der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und eine moderne, bürgernahe Verwaltung gehörten zu seinen zentralen Versprechen im Wahlkampf. Gleichzeitig versteht er sich als Brückenbauer zwischen Landtag und kommunaler Ebene, etwa wenn es um große Zukunftsfragen wie den Wandel der Wirtschaft, die Wärmewende oder die sozial-psychiatrische Versorgung in der Region geht. Gerade letzteren Punkt hatte er jüngst bei einem Fachtermin mit Sozialminister Manne Lucha in Wiesloch hervorgehoben, wo er die besondere Kompetenz des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden und der regionalen Einrichtungen betonte.
Nußloch blickt mit neuen Erwartungen nach Stuttgart
Dass Veits nun über die Landesliste ins Parlament einzieht, verändert auch die Erwartungen in seiner Heimatgemeinde. Viele Nußlocherinnen und Nußlocher verbinden damit die Hoffnung, dass lokale Anliegen – von Verkehrsfragen über Wohnraum bis hin zur Unterstützung der Vereine – künftig eine lautere Stimme in Stuttgart haben. Gleichzeitig bleibt das Bewusstsein, dass der Wahlkreis mit CDU-Direktabgeordneter Christiane Staab und Grünen-Landtagsmitglied Yannick Veits nun zwei unterschiedliche, aber beide regional verwurzelte Ansprechpersonen hat. Gerade dieser doppelte Blickwinkel könnte der Region in den kommenden Jahren helfen, zwischen den politischen Lagern Brücken zu schlagen und bei zentralen Projekten gemeinsam voranzukommen.
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