Das Gesundheitsamt informiert: Zeckensaison beginnt – Impfung schützt vor FSME
Mit steigenden Temperaturen nähert sich der Beginn der Zeckensaison
(rnk 13.3.26) Bei Temperaturen über sieben Grad Celsius werden Zecken aktiv – unabhängig von der Jahreszeit. Damit rückt das Thema Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erneut in den Fokus, teilt das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises mit, welches auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist.
FSME ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion. Diese verläuft häufig ohne Symptome oder mit leichten bis mäßigen grippeartigen Beschwerden. Sie kann jedoch auch zu schweren Krankheitsverläufen mit Entzündungen des Gehirns oder Rückenmarks führen. Die Folge sind dann neurologische Ausfallerscheinungen, zum Beispiel Lähmungen an Armen und Beinen, Schluck- und Sprechstörungen oder Bewusstseinsstörungen. Bleibende Schäden sind möglich. Im Rhein-Neckar-Kreis und dem Stadtkreis Heidelberg wurden im vergangenen Jahr insgesamt acht klinisch-labordiagnostische Fälle erfasst, sechs Personen mussten aufgrund ihrer Beschwerden stationär behandelt werden. Es ist von einer höheren Dunkelziffer an Infektionen auszugehen, da sich Personen mit mild verlaufender Symptomatik in der Regel nicht in ärztliche Behandlung begeben und die notwendigen Untersuchungen dementsprechend nicht durchgeführt werden.
Risiko einer Infektion beschränkt sich nicht nur auf die klassischen Gebiete
Deutschlandweit wurden dem Robert-Koch-Institut für 2025 mit 693 FSME-Erkrankungen die dritthöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung gemeldet. Aktuell gelten 185 Landkreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete. Betroffen sind vor allem Regionen in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, südöstlichem Thüringen, Sachsen und seit 2022 auch Teile Brandenburgs. Besonders besorgniserregend: Auch in Bundesländern ohne offiziell ausgewiesene Risikogebiete traten vereinzelt FSME-Erkrankungen auf, was auf eine weitere Verbreitung der FSME-Naturherde hindeutet. Die Entwicklung zeigt, dass das Risiko einer FSME-Infektion nicht mehr nur auf die klassischen FSME-Gebiete beschränkt ist.
Ein Infektionsrisiko besteht zudem in zahlreichen anderen europäischen Staaten, etwa in Nachbarländern wie Österreich, der Schweiz, Polen oder Tschechien. Damit ist das Thema FSME sowohl für Urlauber relevant als auch für Menschen, die sich aus anderen Gründen zeitweise dort aufhalten, beispielsweise als Arbeitnehmer oder bei Familienbesuchen.
Impfung für alle Outdoor-Sportler oder Hobby-Gärtner empfehlenswert
Ein Großteil der Betroffenen, bei den einen FSME-Infektion diagnostiziert wurde, waren nicht oder unzureichend geimpft. Eine Steigerung der Impfbereitschaft könnte einen Großteil der Erkrankungen verhindern. Barrieren sind oft eine geringe Risikowahrnehmung und Unsicherheiten bezüglich möglicher Nebenwirkungen. Die FSME-Impfung gilt jedoch als sicher und gut verträglich. Eine vollständige Grundimmunisierung und regelmäßige Auffrischimpfungen bieten einen zuverlässigen Schutz vor FSME. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die in Risikogebieten leben oder sich dort häufig in der Natur bzw. im Freien aufhalten. Dies betrifft allerdings nicht nur Aufenthalte im Wald, sondern auch in Gärten und Parkanlagen oder sogar auf dem Fußballplatz. Somit ist die Impfung außer für beruflich gefährdete Gruppen wie Forst- und Landwirte auch für alle Outdoor-Sportler oder Hobby-Gärtner empfehlenswert.
„Lassen Sie Ihren FSME-Impfschutz überprüfen und bei Bedarf auffrischen“ empfiehlt Dr. Daniela Bauke, Ärztin im Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, welches auch für den Stadtkreis Heidelberg zuständig ist. „Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber und schützen Sie sich und Ihre Familie rechtzeitig vor den Gefahren einer FSME-Infektion.“ Da Baden-Württemberg als Risikogebiet eingestuft ist, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Impfung.
Weitere Informationen zu FSME und zur Impfung finden sich unter www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/fsme
Quelle: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
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