BUND gibt Tipps für schadstoffarme und nachhaltige Menstruationsprodukte
Weltmenstruationstag rückt Gesundheit und Umweltschutz in den Fokus
(bund 28.2.26) Anlässlich des Weltmenstruationstags am 28. Mai informiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) über mögliche Schadstoffe in Menstruationsprodukten und gibt Hinweise für einen nachhaltigeren Umgang mit Tampons, Binden und Menstruationstassen.
Da Menstruationsprodukte über viele Jahre hinweg regelmäßig verwendet werden und direkten Kontakt mit empfindlichen Schleimhäuten haben, sei ein bewusster Umgang besonders wichtig.
Menstruationsprodukte meist nur gering belastet
Nach Angaben des BUND zeigen Untersuchungen von ÖKO-TEST und Stiftung Warentest, dass viele Tampons in Deutschland nur gering mit Schadstoffen belastet sind. Einzelne Produkte wiesen jedoch Belastungen mit Schwermetallen auf.
Bei Binden, Slipeinlagen und Menstruationsunterwäsche wurden in europäischen Untersuchungen unter anderem Weichmacher, Phthalate und PFAS festgestellt. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen und gesundheitliche Auswirkungen zu haben.
Worauf Verbraucher achten können
Der BUND empfiehlt beim Kauf von Menstruationsprodukten auf bestimmte Kriterien zu achten:
- Tampons und Menstruationstassen schneiden in vielen Tests besser ab als stark verarbeitete Produkte.
- Produkte mit Duftstoffen sollten möglichst vermieden werden.
- Zertifizierungen wie „OEKO-TEX Organic“ oder „GOTS“ können Orientierung bieten.
- Tampons sollten möglichst chlorfrei gebleicht sowie aus Baumwolle ohne Plastikanteile hergestellt sein.
- Bei Menstruationsunterwäsche und waschbaren Produkten empfiehlt sich ein Blick auf Hinweise wie „PFAS-frei“.
Weniger Müll im Alltag
Neben gesundheitlichen Aspekten spielt auch der Umweltschutz eine wichtige Rolle. Im Laufe eines Lebens entstehen durch Periodenprodukte große Mengen an Abfall.
Der BUND rät deshalb dazu:
- Produkte mit weniger Einzelverpackungen zu kaufen,
- Papierverpackungen statt Plastik zu bevorzugen,
- auf Plastikapplikatoren zu verzichten,
- sowie wiederverwendbare Menstruationstassen oder Stoffprodukte zu nutzen.
Vor allem Menstruationstassen aus medizinischem Silikon könnten den Ressourcenverbrauch langfristig deutlich reduzieren.
Forderung nach mehr Transparenz
Der BUND fordert außerdem strengere Regelungen und mehr Transparenz bei Inhaltsstoffen von Menstruationsprodukten. Anders als Lebensmittel oder Kosmetika unterliegen viele Produkte bislang keinen umfassenden Kennzeichnungspflichten.
Verbraucherinnen können laut BUND mithilfe der ToxFox-App prüfen, ob Hersteller Informationen zu möglichen Schadstoffen bereitstellen. Die App ermöglicht es, Produkte per Barcode zu scannen und direkt beim Unternehmen nachzufragen.
Hintergrund zur Regulierung in Europa
Menstruationsprodukte gelten in der Europäischen Union rechtlich überwiegend als Alltagsprodukte und fallen vor allem unter die Chemikalienverordnung REACH. Spezifische Grenzwerte oder umfangreiche Kennzeichnungspflichten existieren bislang jedoch kaum.
In Frankreich wurden deshalb zuletzt erstmals konkrete Richtwerte für Schadstoffe in Menstruationsprodukten vorgeschlagen. Diese könnten künftig als Grundlage für strengere europäische Regelungen dienen.
Quelle: BUND
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