Finken häufiger gesichtet, Spatzen weiter auf dem Rückzug

Symbolfoto: Pixabay

Ergebnisse der 22. „Stunde der Gartenvögel“

(nabu 30.5.26) Die diesjährige „Stunde der Gartenvögel“, die am zweiten Maiwochenende stattfand, hat ein gemischtes Bild ergeben. Während einige Vogelarten häufiger beobachtet wurden als im Vorjahr, setzt sich bei anderen der negative Trend fort.

Gute Nachrichten bei den Finken

Erfreuliche Entwicklungen gibt es bei den Finkenarten. Nach Angaben des NABU wurden Buchfinken bundesweit 14 Prozent häufiger gemeldet als im Vorjahr. Auch der Grünfink verzeichnete mit einem Plus von drei Prozent leicht steigende Sichtungszahlen.

NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler sieht darin ein positives Zeichen. Demnach gebe es derzeit keine Hinweise auf eine neue größere Infektionswelle mit Trichomonaden, die in der Vergangenheit zu erheblichen Bestandsverlusten bei verschiedenen Finkenarten geführt hatte.

Trotz der aktuellen Zunahme weist der NABU jedoch darauf hin, dass insbesondere der Grünfink langfristig weiterhin rückläufige Bestände zeigt. Als Ursache gelten unter anderem frühere Krankheitsausbrüche, die diese Art besonders stark betroffen haben.

Da sich die Krankheitserreger vor allem an Futter- und Wasserstellen verbreiten, empfiehlt der NABU eine sorgfältige Hygiene. Futtersäulen seien dabei günstiger als offene Futterstellen, zudem sollte Trinkwasser täglich erneuert werden.

Amselbestände bleiben stabil

Bei der Amsel zeigen die aktuellen Ergebnisse keine größeren Auffälligkeiten. Nachdem in den vergangenen Jahren teilweise deutliche Rückgänge festgestellt worden waren, wurde die beliebte Singvogelart diesmal etwa genauso häufig beobachtet wie im Vorjahr.

Spatzen bereiten weiterhin Sorgen

Weniger erfreulich fällt die Bilanz bei den Sperlingsarten aus. Der Haussperling bleibt zwar weiterhin die am häufigsten gemeldete Vogelart der Aktion, die Zahl der Sichtungen ging jedoch im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent zurück.

Auch der Feldsperling verzeichnete ein Minus von sechs Prozent.

Nach Einschätzung des NABU sind diese Zahlen besorgniserregend. Wenn selbst sehr häufige Arten immer seltener beobachtet werden, könne dies auf Probleme in den Lebensräumen innerhalb von Städten und Gemeinden hinweisen. Als mögliche Ursachen gelten ein rückläufiges Nahrungsangebot sowie der Verlust geeigneter Brut- und Lebensräume.

Deutlicher Rückgang bei Mauerseglern und Mehlschwalben

Auch bei einigen typischen Sommerboten wurden deutlich weniger Tiere gezählt. Die Sichtungen von Mauerseglern gingen um 25 Prozent zurück, Mehlschwalben wurden zwölf Prozent seltener gemeldet als im Vorjahr.

Beide Arten sind auf Insekten als Nahrung angewiesen und brüten bevorzugt an Gebäuden. Der NABU vermutet daher, dass sowohl der Rückgang von Insekten als auch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden eine Rolle spielen könnten. Zudem könnten manche Tiere aufgrund von Wetterbedingungen später als üblich aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sein.

Weniger Vögel pro Garten

Auch die durchschnittliche Zahl der beobachteten Vögel pro Garten oder Park ist erneut leicht gesunken. Während im Jahr 2018 noch durchschnittlich 33,79 Vögel pro Garten gezählt wurden, lag der Wert bei der aktuellen Zählung nur noch bei 28,43 Vögeln.

Mehr als eine Million Vögel erfasst

An der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ beteiligten sich bundesweit mehr als 56.000 Menschen. Aus rund 38.500 Gärten und Parks wurden dabei insgesamt über eine Million Vögel gemeldet.

Die Aktion wird vom NABU gemeinsam mit seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), organisiert.

Nächste Zählaktion im Januar

Die nächste bundesweite Mitmachaktion für Vogelfreunde findet vom 8. bis 10. Januar 2027 statt. Dann ruft der NABU wieder zur Teilnahme an der „Stunde der Wintervögel“ auf.

Quelle: NABU

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