Internationaler Luchstag: Bestand wächst langsam, Herausforderungen bleiben groß

Luchse kehren zurück – aber nur mit Unterstützung

(bund 12.6.26) Zum Internationalen Luchstag am 11. Juni zieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eine gemischte Bilanz zur Entwicklung der Luchspopulation in Deutschland. Zwar wächst der Bestand langsam, dennoch bleibt die seltene Wildkatze weiterhin stark auf Schutzmaßnahmen und Auswilderungsprojekte angewiesen.

Anders als Arten wie die Europäische Wildkatze, der Wolf oder der Seeadler konnte der Luchs viele seiner früheren Lebensräume bislang nicht eigenständig zurückerobern.

Lebensräume sind oft voneinander getrennt

Luchse breiten sich nur langsam aus. Besonders weibliche Tiere bleiben meist in der Nähe ihres Geburtsortes, wodurch neue Gebiete nur schrittweise besiedelt werden. Hinzu kommt, dass von den meist zwei bis vier Jungtieren oft nur eines das Erwachsenenalter erreicht.

Erschwert wird die Ausbreitung zusätzlich durch Straßen, Siedlungen, Gewerbegebiete und andere Barrieren. Immer wieder kommen Tiere im Straßenverkehr ums Leben oder werden Opfer illegaler Tötungen.

Für Aufsehen sorgte zuletzt ein Fall in Hessen, wo der abgetrennte Kopf eines wildlebenden Luchses entdeckt wurde. Die genauen Umstände des Todes sind bislang ungeklärt.

Deutschlandweit mindestens 189 Luchse

Nach den zuletzt veröffentlichten Bestandszahlen aus dem Jahr 2024 leben mindestens 189 Luchse in Deutschland. Die größten Populationen befinden sich im Harz und im Bayerischen Wald. Weitere Tiere kommen unter anderem im Pfälzerwald, in Thüringen, Baden-Württemberg, Sachsen und Hessen vor.

Da die einzelnen Vorkommen häufig voneinander isoliert sind, gilt der Luchs laut Roter Liste weiterhin als vom Aussterben bedroht.

Auswilderungsprojekte zeigen Erfolge

Eine wichtige Rolle bei der Rückkehr der Raubkatzen spielen Auswilderungsprogramme. Besonders positiv entwickelt sich das Projekt „Luchs Thüringen“, das gemeinsam von BUND, WWF und weiteren Partnern umgesetzt wird. Seit 2022 wurden dort bereits sieben Luchse ausgewildert. Inzwischen konnte auch erster Nachwuchs nachgewiesen werden.

Weitere Projekte laufen oder sind geplant, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Hessen und Bayern. Dabei geht es nicht nur um die Ansiedlung neuer Tiere, sondern auch um die Förderung der Akzeptanz in der Bevölkerung.

Forderungen für besseren Artenschutz

Der BUND fordert, den Luchs langfristig wieder in allen geeigneten Lebensräumen Deutschlands anzusiedeln. Dafür seien besser vernetzte Wälder, zusätzliche Grünbrücken für sichere Wanderwege sowie eine konsequente Verfolgung illegaler Tötungen notwendig.

Darüber hinaus spricht sich der Verband für weitere Auswilderungen aus, um eine stabile mitteleuropäische Luchspopulation aufzubauen und die genetische Vielfalt der Bestände zu sichern.

Quelle: BUND

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