Hochwasserschutz am Leimbach: Sorgen der Bürger bleiben groß
Informationsveranstaltung in St. Ilgen
(Aus dem Rathaus 28.6.26) Bei der Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz am Leimbach am Montagabend in der Aegidius-Halle in St. Ilgen wurde schnell deutlich, wie sehr das Thema die Menschen in der Region beschäftigt. Trotz der hohen Temperaturen kamen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Sandhausen, Nußloch und Leimen, um sich über die geplanten Maßnahmen zu informieren.
Für viele Anwohner ist die Hochwassergefahr längst keine abstrakte Bedrohung mehr. Die Erinnerungen an vergangene Starkregenereignisse und die Angst vor erneuten Überschwemmungen prägen die Diskussionen vor Ort.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe stellte an diesem Abend die nächsten Schritte für den Maßnahmenabschnitt M4 vor, der sich vom Hochwasserrückhaltebecken in Nußloch bis zur Kirchheimer Mühle erstreckt.
Geplante Retentionsfläche soll Hochwasser bremsen
Im Mittelpunkt der Präsentation stand eine vorgezogene Maßnahme zur Hochwasserrückhaltung. Geplant ist, in den bestehenden Damm gezielt Öffnungen einzubauen, die bei einem festgelegten Wasserstand ein kontrolliertes Überströmen ermöglichen.
Das Wasser soll dann in eine eigens geschaffene Retentionsfläche geleitet werden, die durch einen neuen Damm eingefasst wird. Dort kann das Hochwasser zwischengespeichert werden, wodurch die Belastung des Leimbachs bei Starkregenereignissen sinkt und Hochwasserspitzen reduziert werden.
Sobald sich die Lage entspannt und der Wasserstand im Leimbach zurückgeht, soll das gespeicherte Wasser kontrolliert wieder in den Bach zurückgeführt werden.
Die geplante Anlage entsteht unterhalb von Nußloch und soll dazu beitragen, die Wassermassen gezielt zurückzuhalten, bevor sie die Ortslagen von St. Ilgen und Sandhausen erreichen.
Entlastung für den Unterlauf des Leimbachs
Nach Angaben des Regierungspräsidiums wird die Maßnahme die Hochwassergefahr in Nußloch selbst nicht unmittelbar beseitigen. Sie soll jedoch den gesamten Unterlauf des Leimbachs entlasten und verhindern, dass sich gefährliche Rückstaus bilden.
Reparaturen und Dammschutz im Fokus
Darüber hinaus wurde über bereits abgeschlossene sowie geplante Reparaturarbeiten am Bachbett und an den Uferbereichen informiert. Ziel ist es, bestehende Schäden zu beseitigen und die Funktionsfähigkeit der Dämme langfristig zu sichern.
Ein weiteres Thema war die Stabilität der Hochwasserschutzanlagen. Insbesondere Bisame und Nutrias bereiten den Verantwortlichen Sorgen, da sie mit ihren Bauten die Dämme am Leimbach und Landgraben unterhöhlen. Das Regierungspräsidium kündigte an, künftig verstärkt gegen die Tiere vorzugehen, um die Sicherheit der Dämme zu gewährleisten.
Bevölkerung fordert weitere Fortschritte
Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Wunsch nach wirksamen Hochwasserschutzmaßnahmen in der Bevölkerung groß ist. Viele Anwohner erwarten, dass die geplanten Projekte zügig umgesetzt werden.
Wer sich detaillierter über die vorgesehenen Maßnahmen informieren möchte, kann die entsprechenden Unterlagen und Karten beim Regierungspräsidium Karlsruhe im Bereich des Referats 531 einsehen.
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