Wespennester im Sommer: So gelingt ein friedliches Zusammenleben mit Wespen
Wespen im Sommer – aber was hilft wirlich?
(bund 24.8.26) Im Sommer begegnen uns Wespen fast überall – beim Frühstück auf dem Balkon oder beim Grillen auf der Terrasse. Unangenehm kann es werden, wenn sich die Tiere in der Nähe ein Nest gebaut haben. Dennoch gilt es auch dann, Ruhe zu bewahren. Ein Wespennest ist kein Grund, sofort zur Tat zu schreiten. Oft gibt es Möglichkeiten, mit den Tieren auszukommen.
Caroline Lamps, Leiterin für Naturschutzpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt, was beim Fund eines Wespennests zu beachten ist.
Für viele Menschen ist ein Wespennest an der Terrasse oder am Balkon, unter Dachschindeln, am Gartenhaus oder in Erdlöchern nahe des Hauses zunächst eine unangenehme Überraschung. In den meisten Fällen besteht jedoch kein Grund, die Tiere und ihr Nest zu bekämpfen. Wer Abstand hält und einige einfache Tipps beachtet, kann über die verbleibende Sommerzeit friedlich mit Wespen zusammenleben, ohne auf Aufenthalte und Mahlzeiten im Garten oder auf dem Balkon zu verzichten.
Welche Wespenarten interessieren sich für Lebensmittel?
Nach Angaben von Caroline Lamps lassen sich nur zwei der in Deutschland vorkommenden Wespenarten von menschlichen Nahrungsmitteln und Getränken anlocken: die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica).
Die anderen Arten interessieren sich nicht für menschliche Speisen und stören daher wenig. Aggressiv werden sie nur, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht sehen.
Zu welcher Wespenart gehört das gefundene Nest?
Die Nester der beiden aggressiveren Arten bestehen aus muschelförmig aufgebauten Lufttaschen und sind hellbraun oder grau. Sie können bis in den Winter besiedelt sein.
Die Nester der harmloseren Wespen sind meistens grau, hängen frei und können so groß wie ein Fußball werden. Ab Mitte August sind diese Nester meist verlassen.
Erdwespen bauen ihre Nester an höhlenartigen und dunklen Orten, beispielsweise in verlassenen Maulwurfs- oder Mäusehöhlen. Die Tiere sollten dort nicht aufgescheucht werden. Die Nester können gekennzeichnet und dadurch sichtbar gemacht werden.
Wespennester stehen unter Schutz
Für alle Wespenarten gilt, dass sie über das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind. Wespen sind ein wichtiger Bestandteil der Ökosysteme: Sie bestäuben Pflanzen, beseitigen Aas und ernähren sich von Insekten wie Blattläusen oder Mücken.
Wespennester dürfen deshalb nur in besonderen Fällen und nur von Fachleuten entfernt werden. Wespennester sollten keinesfalls selbst entfernt oder beispielsweise mit Sprays bekämpft werden.
In den meisten Fällen ist ein friedliches Zusammenleben mit Wespen möglich. In begründeten Ausnahmefällen können Nester umgesiedelt werden. Dafür kann die Umweltbehörde der Kommune oder das Naturschutzamt der Region kontaktiert werden. Expertinnen und Experten kümmern sich in begründeten Fällen um eine giftfreie Umsiedlung.
Friedliche Koexistenz
Wenn sich ein Wespennest im Bereich eines Balkons oder Hauses befindet, kann eine Blende als Sichtschutz angebracht werden. Diese sollte mit etwa zehn Zentimetern Abstand unter dem Nest befestigt werden. Dadurch werden die Wespen daran gehindert, menschliche Bewegungen zu sehen. So fühlen sie sich nicht bedroht und bleiben ruhig.
Für den Sichtschutz eignen sich beispielsweise ein altes Bettlaken oder eine Tischdecke. Dabei sollte jedoch die Flugbahn der Wespen nicht abgeschnitten werden, damit die Tiere nicht versehentlich eingesperrt werden.
Tipps für die Zeit im Freien
Um möglichst ungestört von Wespen Zeit im Freien verbringen zu können, können folgende Tipps berücksichtigt werden:
- Lebensmittel und Getränke im Freien abdecken.
- Essensreste und Abfälle zügig wegräumen.
- Vor dem Trinken aus Dosen oder Flaschen prüfen, ob sich darin eine Wespe befindet.
- Fallobst rund um Sitzgruppen und Aufenthaltsbereiche regelmäßig entfernen oder an eine ruhigere Stelle im Garten bringen.
- Fliegengitter an Fenstern können verhindern, dass Wespen ins Haus gelangen.
Verlassene Wespennester hängen lassen
Verlassene Wespennester werden von Wespen nicht erneut besiedelt. Auch bauen die Tiere keine neuen Nester in unmittelbarer Nähe eines alten Nestes. Daher ist es sinnvoll, verlassene Wespennester hängen zu lassen, um eine erneute Besiedlung an derselben Stelle zu verhindern.
Quelle: NABU
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