Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus
NABU ruft zur Meldung von Hornissen auf
Die Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland weiter aus. Nach Angaben des NABU und der Plattform NABU|naturgucker rückt die invasive Art zunehmend in Richtung Norden und Osten vor. Um die weitere Ausbreitung zu dokumentieren, rufen beide Organisationen erneut dazu auf, Sichtungen von Hornissen mit Foto zu melden. Die Mitmachaktion läuft bis in den Spätherbst.
„Die Asiatische Hornisse wurde 2014 erstmals bei uns gesichtet. Bisher ist sie vor allem im Westen und Süden Deutschlands verbreitet“, sagt NABU-Expertin Theresa Seidel. „Uns interessiert, wie weit sich die invasive Art schon etabliert hat.“ Erst vor wenigen Tagen wurde erstmals eine Asiatische Hornisse in Brandenburg nachgewiesen.
Auch Europäische Hornissen melden
Neben der Asiatischen Hornisse sollen auch Beobachtungen der Europäischen Hornisse gemeldet werden. Diese ist etwas größer und unterscheidet sich durch ihre Farbgebung und Musterung.
Während die Europäische Hornisse eine wichtige Rolle im Ökosystem spielt und unter anderem Fliegen, Mücken, Bremsen und Wespen reguliert sowie zur Bestäubung beiträgt, gilt die Asiatische Hornisse als problematisch. Sie bildet deutlich größere Völker, besitzt kaum natürliche Feinde und kann sich deshalb schnell ausbreiten. Neben Honigbienen stehen auch Wildbienen, Hummeln und Grabwespen auf ihrem Speiseplan.
„Wurden uns 2020 noch tausendmal mehr Europäische als Asiatische Hornissen gemeldet, lagen im vergangenen Jahr beide Arten fast gleichauf, wobei immer noch etwas mehr Europäische Hornissen gemeldet wurden“, erklärt Seidel. „Das ist wirklich ein sehr steiler Anstieg.“
Fotos erleichtern die Bestimmung
Nach Angaben des NABU sollten Beobachtungen möglichst mit einem Foto gemeldet werden. Auch wenn Insekten oft schwer zu fotografieren seien, könnten Expertinnen und Experten die Art häufig selbst anhand unscharfer Bilder bestimmen.
Gleichzeitig weist der NABU darauf hin, dass Hornissen grundsätzlich friedliche Tiere sind. Dennoch sollte insbesondere zu Nestern ein ausreichender Abstand eingehalten werden.
Unterschiede zwischen den Arten
Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) kommt in ganz Deutschland vor und ist sowohl tagsüber als auch nachts aktiv. Sie nistet vor allem in geschützten Hohlräumen wie Baumhöhlen, Nistkästen, Dachböden oder Rollladenkästen.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist dagegen ausschließlich tagsüber unterwegs. Ihr erstes, kleineres Nest baut sie häufig ebenfalls an geschützten Orten. Das größere Sommernest entsteht meist im Freien, häufig hoch in Baumkronen.
Beide Arten ernähren sich von Baumsäften, Nektar, Fallobst und Honigtau. Zur Versorgung ihrer Larven jagen sie außerdem andere Insekten.
Quelle: NABU
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