Das Jahr 2018 steht für die Feuerwehr Nußloch im Zeichen der Mitgliederwerbung

Bernd Rensch, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch

(ul – 2.2.18) Wie alle ehrenamtlichen Organisationen ist auch die Freiwillige Feuerwehr Nußloch darauf angewiesen, dass immer wieder neue Mitglieder eintreten und die aus Altersgründen ausscheidenden ersetzen. Das Jahr 2018 – und hier vor allem die ersten Monaten – widmet die Feuerwehr nun verstärkt der Nachwuchswerbung. Gesucht sind junge Frauen und Männer, die sich für diese anspruchsvolle und zugleich extrem wichtige Aufgabe in dieser Gemeinde melden. Dazu ein Interview mit Bernd Rensch, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch.

Die Feuerwehr Nußloch sucht neue Mitglieder für ihre aktive Truppe. Weshalb ist das nötig?

Rensch: Unsere Mannschaft besteht aus insgesamt 43 aktiven Mitgliedern. Dabei sind alle Altersgruppen vertreten. Allerdings werden in den nächsten drei Jahren 8 Mitglieder aufgrund ihres Alters aus der Einsatztruppe ausscheiden, und in den drei Jahren danach nochmals 6. Wir brauchen neue Mitglieder, um die Mannschaftsstärke zu halten.

Seit Jahren betreibt die Feuerwehr doch auch aktive Jugendarbeit. Kommen aus diesem Kreis nicht automatisch neue erwachsene Mitglieder hinzu?

Die Nußlocher Jugendfeuerwehr

Rensch: Doch, immer wieder wechselt der eine oder andere von der Jugendfeuerwehr mit 18 Jahren auch zur Einsatzmannschaft. Aber viele junge Leute ziehen mit dem Erwachsenwerden zur Arbeit oder zur weiteren Ausbildung auch in andere Gemeinden und stehen uns dann leider nicht mehr zur Verfügung. Zumindest reicht der eigene Nachwuchs nicht aus, die zukünftigen Abgänge aus Altergründen aufzufüllen.

Sie hatten aber gerade auch drei Neuzugänge von jungen Erwachsenen gemeldet?

Rensch: Ja, das waren bereits ausgebildete Feuerwehrleute – eine Frau und zwei Männer – die nach Nußloch gezogen sind. Diese Zugänge ersetzen aber gerade einmal diejenigen Abgänge von Mitgliedern, die aus der Gemeinde wegziehen. Es führt kein Weg vorbei an der Werbung neuer Mitglieder, die sich für den freiwilligen Dienst begeistern und bei uns eine Ausbildung absolvieren.

Was sollen denn Bewerber an persönlichen Voraussetzungen mitbringen? Und: Sind auch Frauen willkommen?

Auf einer Übung am Racket-Center

Rensch: Selbstverständlich sind Frauen bei uns herzlich willkommen, wir setzen da zu 100 Prozent auf Gleichberechtigung. Frauen erhalten dieselbe Ausbildung, und machen auch denselben Dienst. Die Erwartungen an neue Mitglieder lassen sich kurz in drei Punkten zusammenfassen: Eine gute Grundgesundheit, hohe Bereitschaft zum Engagement für die Gemeinschaft sowie ein ausgeprägter Teamgeist.

Wie wichtig sind sportliche Fitness und Mut?

Rensch: Der Dienst kann durchaus anstrengend sein, aber wir erwarten nicht, dass sich Bewerber als Sportskanonen oder Gewichtheber beweisen. Was zu tun ist beim Einsatz erfordert eine gute Ausbildung, besonnenes Handeln und manchmal auch etwas Mut, aber im Normalfall keine körperlichen Höchstleistungen. Und wo schiere Kraft benötigt wird, da haben wir entweder die entsprechenden Geräte, oder auch den einen oder anderen Muskelmann im Team, der so eine Aufgabe dann übernehmen kann.

Wieviel Zeit sollte man denn bereit sein für die Feuerwehr einzusetzen? Kann man das überhaupt neben einem Beruf leisten?

Rensch: Alle unsere aktiven Feuerwehrleute haben einen Hauptberuf, mit dem sie ihr Geld verdienen. Die Arbeitgeber sind dann bereit, im Falle eines Einsatzes stundenweise auf den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin zu verzichten – und erhalten hierfür Lohnersatz. Im vergangenen Jahr haben wir 90 Einsätze in Nußloch gezählt. Wenn man Urlaubszeiten und alles andere einberechnet kommt im Durchschnitt etwa ein Einsatz pro Woche auf jeden zu. Dazu Übungen, aber auch Freizeitveranstaltungen. Im Grunde ist der Zeitaufwand also etwa vergleichbar mit dem einer Mitgliedschaft mit einem anderen Verein, wo man sich zu Übungsabenden, Wettkämpfen oder Veranstaltungen trifft.

Und wie wird man „Feuerwehrfrau“ oder „Feuerwehrmann“?

Rensch: Wer zu uns kommt um unsere Arbeit kennen zu lernen, besucht am besten erst einmal einige Übungsabende. Wer sich dann für die Feuerwehr entscheidet, absolviert eine Ausbildung, die etwa vier Monate dauert und hier oder in einer Nachbargemeinde angeboten wird. Die Ausbildungsstunden finden einmal abends während der Woche sowie samstags statt. Das Ganze selbstverständlich schon in der Dienstkleidung, also mit Stiefeln, Jacke und Helm.

Dann legt man die Prüfung ab und ist bereit für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr. Einmal im Jahr werden dann die neuen Feuerwehrleute offiziell aufgenommen und sind dann auch formell im Dienst.

Also sollten Interessierte einfach mal vorbeischauen bei den Übungen am Feuerwehrhaus?

Rensch: Ja, genau! Wir freuen uns. Und im April wird es einen „Mitmach-Tag“ geben, bei dem Interessenten auch praktische Erfahrungen sammeln können. Auch hierzu laden wir gerne ein!

 

 

 

 

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