Feuersalamander: Warum der „kleine Drache“ besonderen Schutz braucht

Auch in den Wäldern des Rhein-Neckar-Kreises begegnet man mit etwas Glück Feuersalamandern. Hier gilt aber das Motto: „Nur gucken, nicht anfassen!“ Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

Schutz für den „kleinen Drachen“

(rnk 20.5.26) Mit seiner auffälligen schwarz-gelben Zeichnung zählt der Feuersalamander zu den bekanntesten Amphibien heimischer Wälder. Das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreis widmet dem seltenen Waldbewohner nun den zweiten Teil seiner Serie über bedrohte Tierarten im Wald.

Der Feuersalamander, wissenschaftlich „Salamandra salamandra“, gilt als größter heimischer Schwanzlurch und kann bis zu 20 Zentimeter lang werden. Seine markante Färbung dient als Warnsignal für Fressfeinde, denn die Tiere sondern ein giftiges Hautsekret ab.

Auf Wasser angewiesen

Wie alle Amphibien benötigt auch der Feuersalamander Gewässer zur Fortpflanzung. Im Frühjahr machen sich die Weibchen auf die Suche nach geeigneten Orten für ihren Nachwuchs und legen dabei oft mehrere hundert Meter zurück.

Im Unterschied zu Fröschen und Kröten legt der Feuersalamander keine Eier ab. Stattdessen bringt er lebende Larven zur Welt – meist zwischen 20 und 40 pro Tier. Als Kinderstube dienen kleine Waldbäche, Quellbereiche, Tümpel oder Teiche. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Gewässer fischfrei sind.

Förster Benno Künzig erklärt, dass sich die Larven besonders in ruhigen Bereichen von Waldbächen beobachten lassen. Dort gehen sie auf Nahrungssuche und entwickeln sich innerhalb von drei bis fünf Monaten zu landlebenden Salamandern.

Lebensräume werden gezielt verbessert

Das Kreisforstamt setzt sich nach eigenen Angaben aktiv dafür ein, geeignete Lebensräume für Amphibien zu schaffen und zu erhalten. Dazu gehören unter anderem die Renaturierung von Waldbächen sowie die Anlage neuer Feuchtbiotope.

Aktuell entstehen beispielsweise neue Lebensräume im Bereich Schatthausen. Von solchen Maßnahmen profitieren nicht nur Feuersalamander, sondern auch zahlreiche weitere Amphibien, Insekten und andere Tierarten.

Salamander meist nur nachts unterwegs

Erwachsene Feuersalamander bekommen Menschen nur selten zu Gesicht. Da ihre Haut schnell austrocknet, sind die Tiere überwiegend nachts oder bei Regen aktiv.

Tagsüber verstecken sie sich unter Totholz, Steinen oder in feuchten Erdspalten. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Regenwürmer, Schnecken und verschiedene Insekten.

Klimawandel und Pilzkrankheit bedrohen die Tiere

Nach Angaben des Kreisforstamts setzen dem Feuersalamander vor allem längere Trockenperioden zu. Trocknen Bäche und Feuchtgebiete im Frühjahr oder Sommer zu früh aus, können sich die Larven nicht vollständig entwickeln.

Zusätzlich breitet sich in Europa eine gefährliche Pilzkrankheit aus, die sogenannte Salamanderpest. Der aus Asien eingeschleppte Hautpilz „Bsal“ führt bei Salamandern und Molchen meist zum Tod.

In Baden-Württemberg wurden bislang noch keine Fälle festgestellt. Dennoch warnen Fachleute davor, dass Menschen die Krankheit unbeabsichtigt weiterverbreiten könnten.

So kann jeder helfen

Das Kreisforstamt ruft deshalb zu einem achtsamen Umgang mit Amphibien und ihren Lebensräumen auf.

Empfohlen wird unter anderem:

  • Amphibien nicht anzufassen
  • Gewässer und Uferbereiche möglichst nicht zu betreten
  • Hunde in Gewässernähe an der Leine zu führen
  • feuchte Schuhe nach Aufenthalten im Wald vollständig trocknen zu lassen

Auch Straßen stellen für viele Salamander eine Gefahr dar, da ihre Wanderwege häufig durch Verkehrswege zerschnitten werden. Ehrenamtliche Naturschützer unterstützen deshalb regelmäßig mit Amphibienschutzzäunen entlang von Straßen.

Schutz für Artenvielfalt und Wald

Nach Angaben des Kreisforstamts helfen Maßnahmen zum Schutz von Amphibien gleichzeitig auch dem Wald selbst. Feuchtgebiete speichern Wasser länger und unterstützen dadurch Bäume in trockenen Phasen.

Mit gezielten Naturschutzmaßnahmen und Rücksicht im Alltag soll der Feuersalamander auch künftig in den Wäldern des Rhein-Neckar-Kreises heimisch bleiben.

Text und Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

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