Gemeinsam handeln bei Hitze: Akteure vernetzen sich für besseren Gesundheitsschutz

Netzwerktreffen im Rhein-Neckar-Kreis: Zusammenarbeit für besseren Hitzeschutz ausgebaut

(rnk 28.4.26) Rund 50 Fachleute sind im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis zum dritten Netzwerktreffen „Klimawandel und Gesundheit“ zusammengekommen. Organisiert wird das Netzwerk von der Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) Rhein-Neckar-Kreis/Heidelberg. Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Gesundheitswesen, Klimaschutz und -anpassung, Wissenschaft, Politik sowie sozialen Einrichtungen nutzten die Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels.

Strategien zur Klimaanpassung im Fokus

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen drei Fachvorträge zu übergeordneten Entwicklungen und strategischen Ansätzen. René Schärling von der Geschäftsstelle Klimaschutz des Rhein-Neckar-Kreises stellte dar, wie ein Klimaanpassungskonzept für die Region entwickelt wird. Ergänzend erläuterte Dr. Joachim Fallmann vom Umweltamt der Stadt Heidelberg die Weiterentwicklung des kommunalen Anpassungskonzepts. Grundlage beider Prozesse ist das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW), das den Rahmen für kommunales Handeln vorgibt. Schärling betonte, dass Klimawandelanpassung durch den gesetzlichen Rahmen zur Pflichtaufgabe werde und zugleich Chancen für eine positive Entwicklung eröffne.

Extremhitze als wachsendes Gesundheitsrisiko

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Extremhitze. Professor Clemens Becker von der Universitätsklinik Heidelberg machte deutlich, dass Hitzeperioden künftig häufiger, länger und intensiver auftreten werden. Temperaturen von über 40 Grad über mehrere Tage oder Wochen seien realistische Szenarien. Bereits heute gilt Hitze als das tödlichste klimabedingte Extremwetterereignis in Deutschland. Vor diesem Hintergrund gewinnt Hitzeschutz auch im Katastrophenschutz zunehmend an Bedeutung. Kommunen sollten frühzeitig Maßnahmen wie Warnsysteme, Notfallpläne, klare Zuständigkeiten und gezielte Schutzkonzepte für besonders gefährdete Gruppen entwickeln.

Risikogruppen gezielt ansprechen

Im dritten Vortrag stellte Dr. Hellmann von der Agentur „ecolo – Agentur für Ökologie und Kommunikation“ praxisnahe Ansätze zur Ansprache von Risikogruppen vor. Dazu zählen leicht verständliche Informationsangebote, mehrsprachige Materialien, die Einbindung sozialer Dienste sowie aufsuchende Formate. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung niedrigschwelliger Kommunikation und klarer Handlungsempfehlungen.

Regionale Projekte und konkrete Maßnahmen

Auch konkrete Projekte aus der Region wurden präsentiert. Dazu gehört „PROLOK für den Hitzeschutz in kleinen Kommunen“, an dem unter anderem Edingen-Neckarhausen und Neckargemünd beteiligt sind. Vorgestellt wurde außerdem das InterHeat-Projekt des Zentrums für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD), das Maßnahmen evaluiert und Empfehlungen erarbeitet. Ergänzend wurde ein Transferprojekt zur „Planetaren Gesundheit“ erläutert, in dem Konzepte für Informationsangebote und Vorträge zum Hitzeschutz entwickelt wurden.

Neue Risiken durch invasive Arten

Das Gesundheitsamt informierte zudem über die zunehmende Verbreitung der Asiatischen Tigermücke im Rhein-Neckar-Kreis, die als potenzieller Überträger von Krankheitserregern gilt und damit ein weiteres klimabedingtes Gesundheitsrisiko darstellt.

Austausch soll weiter gestärkt werden

Das Netzwerktreffen machte deutlich, wie vielfältig die Aktivitäten in der Region bereits sind. Ziel bleibt es, diese sichtbar zu machen, Synergien zu nutzen und die Zusammenarbeit weiter zu stärken.

Weitere Informationen zum Netzwerk „Klimawandel & Gesundheit“ sind unter www.rhein-neckar-kreis.de/klimawandel+und+gesundheit.de sowie per E-Mail an [email protected] erhältlich.

Quelle: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

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