Herbstzeit ist Saatzeit: Wildblumen für ein buntes Insektenparadies
Jetzt den Grundstein für das Frühjahr legen
(bund 3.9.26) Mit dem Herbst beginnt eine gute Zeit, um den Garten naturnah auf den Winter vorzubereiten und gleichzeitig die Grundlage für ein artenreiches Frühjahr zu schaffen. Wer sich im nächsten Jahr über eine bunte Wildblumenwiese freuen möchte, kann jetzt mit der Aussaat beginnen.
„Der Herbst ist Pflanzzeit für Bäume, Hecken, Sträucher und Stauden. Aber auch Saatzeit. Der September ist besonders für mehrjährige Blumenmischungen vorteilhaft. Viele Wildpflanzen sind Kaltkeimer oder benötigen die herbstliche Feuchtigkeit, um im nächsten Jahr kräftig auszutreiben“, erklärt Corinna Hölzel, Garten-Expertin beim BUND.
Wichtig ist, dass die Fläche in den ersten Wochen nach der Aussaat nicht vollständig austrocknet. Wer bereits im Hochsommer aussät, muss deshalb mit einem deutlich höheren Bewässerungsaufwand rechnen.
Den Boden richtig vorbereiten
Eine entscheidende Voraussetzung für eine artenreiche Wildblumenwiese ist der richtige Untergrund. „Die meisten Gartenböden sind für eine klassische Blumenwiese zu nährstoffreich. Auf diesem fetten Boden wachsen Gräser besonders schnell und verdrängen die lichthungrigen, oft zierlichen Wildblumen. Eine artenreiche Magerwiese benötigt hingegen einen nährstoffarmen Untergrund“, sagt Hölzel.
Wer eine Blumenwiese anlegen möchte, sollte den Boden deshalb Schritt für Schritt vorbereiten:
- Nährstoffüberschuss reduzieren: Eine bestehende Rasenfläche sollte vor dem Umbruch mehrmals tief gemäht werden. Das Schnittgut muss anschließend konsequent entfernt werden.
- Sand einarbeiten: Um den Boden abzumagern, können etwa 5 bis 10 Zentimeter Sand – etwa ungewaschener Grubensand oder feiner Kies – in die oberste Erdschicht eingearbeitet werden.
- Humusschicht abtragen: Bei besonders nährstoffreichen Flächen kann es notwendig sein, die oberste dunkle Humusschicht vollständig abzutragen und direkt auf dem nährstoffärmeren Unterboden zu beginnen.
So gelingt die Aussaat
Damit die Wildblumen keimen können, muss das Saatgut direkten Kontakt zum Boden haben. Einfaches Ausstreuen auf einer bestehenden Rasenfläche führt deshalb meist nicht zum Erfolg, da die vorhandene Grasnarbe den Keimlingen kaum eine Chance lässt.
Für die Neuanlage einer Blumenwiese empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
- Blanke Erde schaffen: Vor der Aussaat müssen vorhandene Grassoden abgetragen oder untergegraben werden. Die Fläche sollte feinkrümelig und frei von Wurzelunkräutern sein.
- Saatgut vorbereiten: Da viele Mischungen sehr feine Samen enthalten, empfiehlt es sich, das Saatgut mit Sand oder Sägemehl zu mischen – etwa im Verhältnis 1:3. Dadurch vergrößert sich das Volumen und das Saatgut lässt sich gleichmäßiger verteilen.
- Gleichmäßig ausstreuen: Die Mischung sollte am besten im Kreuzgang ausgebracht werden. Dafür wird die Fläche einmal längs und anschließend quer bearbeitet.
- Bodenschluss herstellen: Viele Wildblumen sind Lichtkeimer und dürfen daher nicht mit Erde bedeckt werden. Es reicht, die Samen mit einer Walze oder einem Trittbrett fest an den Boden anzudrücken. Dadurch entsteht der notwendige Kontakt zum Bodenwasser.
Heimisches Saatgut bevorzugen
Auch die Qualität und Zusammensetzung des Saatguts spielen eine wichtige Rolle. „Für eine dauerhaft erfolgreiche Blumenwiese ist die Wahl des Saatguts entscheidend. Im Naturgarten liegt der Fokus auf heimischen Wildpflanzen, die perfekt an die hiesigen Insekten angepasst sind. Viele dieser Arten, wie die Kornrade oder die Kornblume, sind in der freien Landschaft selten geworden und finden im Garten ein wichtiges Rückzugsgebiet“, erklärt Hölzel.
Regionales und biologisches Saatgut mit heimischen Blühwiesen-Pflanzen wird inzwischen von zahlreichen Händlern angeboten.
Blumen und Kräuter sinnvoll kombinieren
Einjährige Pflanzen und Stauden lassen sich auch nach dem Prinzip eines Bauerngartens miteinander kombinieren. Dabei werden Nutz- und Zierpflanzen direkt nebeneinander angebaut, wodurch natürliche Synergien entstehen.
Acker-Ringelblumen (Calendula arvensis) können zur Bodengesundheit beitragen und gegen Nematoden wirken.
Rainfarn lockt mit Pollen und Nektar zahlreiche Wildbienen und Schmetterlinge an. Zudem kann daraus eine Pflanzenjauche hergestellt werden, die gegen Schadinsekten und Pilzbefall an Kulturpflanzen eingesetzt werden kann. Auch Knoblauch, Minze und Meerrettich gelten als Pflanzen, die gegen Pilzbefall eingesetzt werden können.
Kräuter und Speise-Laucharten sind ebenfalls vielseitig: Ihre Blüten bieten zahlreichen Insekten Nahrung und gleichzeitig lassen sich die Pflanzen in der Küche verwenden.
Quelle: BUND
Kurz-URL: https://nussloch-lokal.de/?p=197570



























