Mehr Blüten statt Einheitsgrün: Straßenränder im Rhein-Neckar-Kreis werden zu blühenden Lebensräumen

Wo früher überwiegend eintönige Grasflächen das Straßenbegleitgrün prägten, blühen heute an vielen Stellen im Rhein-Neckar-Kreis wieder heimische Wildpflanzen. Die naturnahe Pflege fördert die Artenvielfalt und schafft wertvolle Lebensräume für Insekten. Mit Hinweistafeln macht das Amt für Straßen- und Radwegebau auf die bienen- und insektenfreundlichen Blühflächen entlang der Straßen aufmerksam. Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

Aus eintönigen Grünflächen werden blühende Lebensräume

(rnk 30.5.26) Entlang vieler Straßen im Rhein-Neckar-Kreis zeigt sich inzwischen ein deutlich bunteres Bild: Wo früher vor allem monotone Grasflächen dominierten, wachsen heute wieder zahlreiche heimische Wildblumen wie Margeriten, Wiesensalbei, Kuckuckslichtnelken oder Wiesen-Flockenblumen.

Die Blühflächen sorgen nicht nur für mehr Farbe entlang der Straßen, sondern bieten auch wichtigen Lebensraum und Nahrung für Insekten.

Förderprogramm läuft seit 2018

Möglich macht diese Entwicklung ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg zur ökologischen Aufwertung des Straßenbegleitgrüns. Das Amt für Straßen- und Radwegebau des Rhein-Neckar-Kreises beteiligt sich bereits seit 2018 daran.

Mittlerweile werden an mehr als 70 Einzelstandorten entlang von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen Maßnahmen zur naturnahen Pflege umgesetzt.

Naturnahe Pflege auf über 20 Hektar Fläche

Insgesamt werden inzwischen mehr als 20 Hektar Straßenbegleitflächen ökologisch gepflegt. Dabei setzen die Verantwortlichen auf sogenannte „Aushagerung“ – also regelmäßiges Mähen mit anschließendem Entfernen des Schnittguts – sowie auf die Einsaat insektenfreundlicher Blühmischungen.

Unterstützt werden die drei Straßenmeistereien in Neckarbischofsheim/Eberbach, Wiesloch und Weinheim dabei von regionalen Landwirten, die über den Maschinenring Kraichgau-Rhein-Neckar organisiert sind.

Sichtbare Erfolge an vielen Straßenabschnitten

Die positiven Veränderungen sind inzwischen an zahlreichen Straßen im Kreisgebiet deutlich sichtbar. Besonders entlang der B 38 bei Weinheim, der L 531 bei Dossenheim, der B 3 bei Wiesloch oder im Bereich der L 549/K 4181 bei Eschelbronn haben sich artenreiche Blühflächen entwickelt.

Nach Angaben des Rhein-Neckar-Kreises zeigen sich dort inzwischen deutlich bessere Bedingungen für Insekten und andere Kleintiere.

Angepasste Pflege mit Augenmaß

Besonders erfolgreich verlief die Entwicklung an Standorten, an denen zusätzlich Blumensamen eingesät wurden. Dort, wo lediglich durch regelmäßige Mahd ausgehagert wird, benötigt die natürliche Entwicklung mehr Zeit.

Auch die reguläre Pflege wird zunehmend angepasst: Auf nährstoffarmen Flächen wird teilweise später gemäht, damit sich Pflanzen selbst aussäen können. An einigen Stellen kann sogar vollständig auf eine Mahd verzichtet werden.

Ökologie und Wirtschaftlichkeit verbinden

Neben dem ökologischen Nutzen bringt die angepasste Pflege teilweise auch organisatorische Vorteile mit sich. Weniger Mahdvorgänge sparen Arbeitszeit und Kosten.

Gleichzeitig bleibt jedoch eine differenzierte Pflege notwendig. Denn auf nährstoffreichen Flächen müssen die Straßenränder weiterhin regelmäßig gemäht werden, um eine Ausbreitung von Brombeeren oder Gehölzen zu verhindern.

Dank an Mitarbeitende und Landwirte

Der für Mobilität und Technik zuständige Dezernent des Landratsamts, Dr. Christopher Leo, lobte das Engagement aller Beteiligten. Das Förderprogramm zeige bereits an vielen Standorten die gewünschte Wirkung und solle auch künftig weiterentwickelt werden.

Text und Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

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