Naturschutz im Steinbruch: Gunther Schwabbaur schafft wertvolle Lebensräume

Foto LEV: Gunther Schwabbaur mit dem LEV-Team (Nadja Salzmann, Andreas Scherrer, Andrea Bernecker, Marion Sauler und Katrin Naumann) und der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Neckar-Kreises (Lennart Krauß und Florian Kempfer)

(Aus dem Rathaus 12.7.26) Wer an den Nußlocher Steinbruch denkt, verbindet das Gelände meist mit dem aktiven Rohstoffabbau und großen Maschinen. Doch neben der industriellen Nutzung hat sich das Areal auch zu einem bedeutenden Rückzugsort für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Einen wesentlichen Anteil daran hat der Nußlocher Umwelt- und Naturschutzbeauftragte Gunther Schwabbaur, der sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für den Artenschutz im Steinbruch einsetzt.

Führung für Fachleute durch den Steinbruch

Wie erfolgreich die Naturschutzarbeit vor Ort ist, zeigte sich kürzlich bei einer Führung für Vertreter des Landschaftserhaltungsverbandes Rhein-Neckar (LEV) sowie der Unteren Naturschutzbehörde. Dabei präsentierte Schwabbaur verschiedene Maßnahmen, mit denen er die biologische Vielfalt auf dem Gelände fördert und wertvolle Lebensräume erhält.

Künstliche Gewässer helfen seltenen Amphibien

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem Schutz seltener Amphibienarten. Im Steinbruch finden unter anderem Gelbbauchunken, Wechselkröten und Laubfrösche geeignete Lebensbedingungen vor.

Um die Fortpflanzung der Tiere zu unterstützen, wurden spezielle Edelstahl-Laichwannen als künstliche Kleingewässer eingerichtet. Was ursprünglich 2023 mit einer Spende des LEV an die örtliche NABU-Gruppe begann, wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen betreut Schwabbaur mehr als 25 dieser Wasserstellen.

Der Erfolg ist deutlich sichtbar: Bei der Begehung konnten zahlreiche Kaulquappen und Jungtiere beobachtet werden. Ergänzend sorgen selbst entwickelte Schutzmaßnahmen dafür, dass die Amphibien optimale Bedingungen vorfinden. So schützen spezielle Gitter die Tiere vor Fressfeinden wie Waschbären, während Kokosmatten als Ausstiegshilfen dienen und verhindern, dass sich die Jungtiere an den Metallrändern verletzen. Selbst während der jüngsten Hitzeperiode blieb die Wasserversorgung der Becken stabil.

Einsatz für Tiere und Pflanzen

Neben dem Amphibienschutz engagiert sich Schwabbaur auch in vielen weiteren Bereichen des Naturschutzes. Dazu gehören die Anlage und Pflege von Lebensräumen für Insekten, Versuche zur Ansiedlung seltener Pflanzenarten sowie Maßnahmen gegen die zunehmende Verbuschung offener Flächen.

Durch diese vielfältigen Projekte trägt er maßgeblich dazu bei, dass sich der Steinbruch zu einem ökologisch wertvollen Lebensraum entwickeln kann.

Große Anerkennung für das Engagement

Die Vertreter des Landschaftserhaltungsverbandes und der Naturschutzbehörde zeigten sich beeindruckt von der fachlichen Kompetenz und dem langjährigen Einsatz des Nußlocher Naturschutzbeauftragten. Gleichzeitig signalisierten die Fachstellen ihre Unterstützung für zukünftige Projekte und Vorhaben im Steinbruch.

Damit bleibt der Nußlocher Steinbruch nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsstandort, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Naturschutz und industrielle Nutzung erfolgreich miteinander verbunden werden können.

Quelle: Gemeinde Nußloch

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