Niedrigwasser setzt Flüssen und Natur zu
Niedrigwasser bedroht nicht nur die Wirtschaft, sondern auch Flussökosysteme
(bund 13.8.26) Der BUND warnt vor den Folgen sinkender Pegelstände für Flussökosysteme, Tiere und Pflanzen. Eine weitere Vertiefung der Fahrrinnen könne die Situation zusätzlich verschärfen und auch Land- und Forstwirtschaft sowie die Trinkwasserversorgung belasten.
Flusslebewesen geraten unter Druck
Mit sinkenden Wasserständen steigt die Belastung für die Ökosysteme. Das Wasser wird wärmer, der Sauerstoffgehalt nimmt ab und Schadstoffe können sich stärker konzentrieren. Besonders betroffen sind Fische und andere Wasserlebewesen: Laich- und Rückzugsgebiete sowie flache Uferbereiche und Kiesbänke können austrocknen.
Hinzu kommt, dass warmes und nährstoffreiches Wasser das Wachstum von Algen begünstigt. Die daraus entstehenden Algenblüten können dem Wasser zusätzlich Sauerstoff entziehen und damit Fische und Kleinlebewesen gefährden.
Auch Ufer und Auen sind betroffen
Nicht nur der Fluss selbst leidet unter dem Niedrigwasser. Auch Wasser- und Uferpflanzen können durch Trockenheit und steigende Temperaturen geschädigt werden. Besonders gefährdet sind seltene Auenlandschaften.
Am Rhein könnten beispielsweise flache Altarme austrocknen oder vom Hauptstrom abgeschnitten werden. Damit würden wichtige Rückzugs-, Fortpflanzungs- und Nahrungsgebiete für zahlreiche Tierarten verloren gehen.
Weniger Wasser, mehr Schadstoffe
Je niedriger der Wasserstand, desto weniger Sauerstoff steht den Lebewesen zur Verfügung. Gleichzeitig können Schadstoffe eine höhere Konzentration erreichen, weil weniger Wasser zur Verdünnung vorhanden ist. Die Kombination aus Sauerstoffmangel, höheren Temperaturen und Schadstoffbelastung kann das gesamte Flussökosystem erheblich unter Druck setzen.
„Niedrigwasser wird nicht nur zu einem Problem einer einzelnen Art, sondern kann die Stabilität des gesamten Ökosystems und somit auch von uns Menschen beeinträchtigen“, erklärt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt.
BUND warnt vor weiterer Fahrrinnenvertiefung
Eine Vertiefung der Fahrrinnen für die Binnenschifffahrt sieht der BUND kritisch. Das Ziel sei, das vorhandene Wasser in schmaleren und tieferen Rinnen zu konzentrieren, damit auch schwer beladene Schiffe bei niedrigen Pegeln fahren können. Dadurch werde der Landschaft jedoch zusätzlich Wasser entzogen.
Das könne insbesondere für Land- und Forstwirtschaft problematisch werden, die bereits mit zunehmender Trockenheit zu kämpfen hätten. Auch die Trinkwasserversorgung könne langfristig betroffen sein.
Forderung nach mehr Wasserrückhalt
Der BUND fordert deshalb eine stärkere Renaturierung der Flüsse, mehr Wasserrückhalt in der Landschaft und eine Anpassung der Schifffahrt an das tatsächlich verfügbare Wasserdargebot. Eine weitere Vertiefung der Fahrrinnen lehnt der Umweltverband ab.
Quelle: BUND
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