Obstbäume im Härtetest: So kommen Apfel und Birne durch trockene Sommer

Obstbäume im trockenen Rhein-Neckar-Gebiet: Die richtige Pflege hängt vom Wurzelsystem ab

(ckie 31.8.26) Gerade in den flachen, sandigen Böden des Rhein-Neckar-Gebiets ist der Anbau von Obstbäumen eine besondere Herausforderung. Wer die unterschiedliche Wuchsweise der Sorten und ihre Wurzelsysteme kennt, kann die Bäume gezielter pflegen und sie besser durch trockene Sommer bringen.

Apfelbäume: Flache Wurzeln, gezielte Bewässerung

Der Apfelbaum gehört zu den Flachwurzlern. Seine Wurzeln breiten sich hauptsächlich horizontal in den oberen Bodenschichten aus, statt tief in die Erde vorzudringen. In der Regel reichen sie bis etwa einen Meter tief und wachsen stärker in die Breite als in die Tiefe. Die feinen Wurzeln, die für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen zuständig sind, befinden sich überwiegend in den oberen Erdschichten.

Das Wurzelsystem eines Apfelbaums breitet sich mindestens so weit aus wie seine Krone. Bei der Bewässerung sollte deshalb nicht nur direkt am Stamm gegossen werden. Sinnvoller ist es, den gesamten Bereich unterhalb der Baumkrone mit Wasser zu versorgen.

Birnbäume: Unterlage entscheidet über die Wurzeln

Bei Birnbäumen kommt es entscheidend darauf an, auf welcher Unterlage sie veredelt wurden. Birnbäume auf Birnensämlingen entwickeln häufig ein tiefreichendes Wurzelsystem. Ihre Hauptwurzeln wachsen weit in den Boden hinein, wodurch die Bäume besonders standfest sind und auch Wasser aus tieferen Bodenschichten erreichen können.

Diese Tiefwurzler kommen deshalb mit längeren Trockenperioden besser zurecht und müssen weniger häufig gegossen werden. Zu den typischen Vertretern zählen Hoch- und Halbstämme. Dank ihres tiefreichenden Wurzelsystems können sie Wuchshöhen von bis zu zwölf Metern erreichen.

Anders sieht es bei Birnbäumen aus, die auf Quittenunterlagen veredelt wurden. Sie bilden ein flacheres, stärker horizontal ausgerichtetes Wurzelsystem und sind deshalb stärker auf Wasser in den oberen Bodenschichten angewiesen.

Busch-, Spindel- und Säulenbirnen sind entsprechend weniger standfest und können bei längerer Trockenheit schneller unter Stress geraten. Sie benötigen regelmäßiger Wasser und sollten insbesondere in jungen Jahren mit einem Stützpfahl gesichert werden.

Hochstamm-Birnen im Vorteil

Gerade die trockenen Jahre zeigen die Vorteile der alten Hochstamm-Birnenbäume. Ihr tiefreichendes Wurzelsystem ermöglicht es ihnen, auch in längeren Trockenperioden auf Wasserreserven aus tieferen Bodenschichten zurückzugreifen.

Apfelbäume lassen sich dagegen vergleichsweise einfach bewässern, weil das Wasser nicht so tief in den Boden eindringen muss. Wichtig ist allerdings, die gesamte Fläche unter der Krone zu bewässern und das Wasser nicht ausschließlich am Stamm auszubringen.

Äpfel leiden stärker unter der Hitze

Auch bei den Früchten zeigen sich Unterschiede zwischen Apfel- und Birnbäumen. Äpfel sind anfälliger für sogenannte Sonnenbrand- oder Verbrennungsschäden. Besonders an hoch gelegenen, ungeschützten Ästen können die Früchte durch die intensive Sonneneinstrahlung regelrecht „gekocht“ werden.

Birnen sind durch ihr Laub besser vor der direkten Sonne geschützt. Die Blätter sind härter und glänzender und können einen Teil der intensiven Sonnenstrahlung reflektieren. Bei Trockenheit falten sich die Blätter zudem und drehen ihre hellere Seite nach außen, um die Belastung durch die Sonne zu reduzieren.

Allerdings müssen sich Birnenbesitzer bei der Ernte mitunter die Früchte mit Wespen und Hornissen teilen.

Nach dem trockenen Sommer an die Nährstoffversorgung denken

Nach einem trockenen Sommer kann es sinnvoll sein, die Obstbäume im Winter mild zu düngen. Dafür eignen sich beispielsweise Kompost, Kalk und/oder Tomatendünger. Eine zurückhaltende Nährstoffversorgung kann den Bäumen dabei helfen, sich zu regenerieren und gut in die nächste Wachstumsperiode zu starten.

„Williams Christ“ überzeugt in diesem Jahr

Besonders gut entwickelt sich in diesem Jahr die Birnensorte „Williams Christ“. Die Früchte sind aktuell besonders süß und aromatisch. Ein schönes Beispiel dafür findet sich in einem Garten in Sandhausen, wo der Birnbaum trotz der schwierigen Bedingungen prächtig gedeiht.

Tipps für die Düngung: https://www.plantura.garden/obst/apfelbaum/apfelbaum-duengen

Kontakt: Besuchen Sie unsere BUND-Homepage BUND Sandhausen/Walldorf

Text und Foto: C. Kienle

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