Wildtiere in der Natur nicht einfach einsammeln

Im Frühling wirken viele Jungtiere hilflos – doch wer sie vorschnell „rettet“, richtet oft mehr Schaden als Hilfe an.
Frühling in der Natur: Nicht jedes Jungtier braucht Hilfe
(ttt 4.5.26) Mit den ersten warmen Tagen zieht es viele Menschen wieder nach draußen. Spaziergänge durch Wiesen, Wälder und Felder gehören für viele zur schönsten Zeit des Jahres. Gerade im Frühling gibt es dabei viel zu entdecken – von blühenden Pflanzen bis hin zu jungen Wildtieren. Doch genau hier ist Vorsicht geboten.
Wenn Fürsorge zur Gefahr wird
Im Tom-Tatze-Tierheim häufen sich in dieser Zeit die Anrufe besorgter Spaziergänger. Immer wieder werden vermeintlich verlassene Jungtiere gefunden und aus gut gemeinter Fürsorge mitgenommen.
Was viele nicht wissen: In den meisten Fällen befinden sich diese Tiere gar nicht in Not. Durch das Anfassen oder Mitnehmen wird ihnen vielmehr geschadet, da sie aus ihrem natürlichen Umfeld gerissen werden oder den Kontakt zu ihren Eltern verlieren.
Jungvögel: Flugschule am Boden
Ein häufiges Beispiel sind junge Vögel. Sie verlassen ihr Nest oft schon, bevor ihr Gefieder vollständig entwickelt ist. Für ungeübte Augen wirken sie hilflos – doch das täuscht. Die Elterntiere sind meist in unmittelbarer Nähe und versorgen ihren Nachwuchs weiterhin.
Der Aufenthalt am Boden ist ein wichtiger Teil ihrer Entwicklung. Hier lernen die Jungvögel zunächst laufen und hüpfen, bevor sie ihre ersten Flugversuche starten. Das Verlassen des Nests ist also kein Unglück, sondern ein natürlicher Schritt.
Richtig reagieren bei Fundtieren
Wirkt ein Jungvogel tatsächlich geschwächt oder sitzt an einer gefährlichen Stelle, etwa auf einem Weg oder einer Straße, kann man vorsichtig helfen. Das Tier sollte behutsam in ein nahegelegenes Gebüsch oder auf einen niedrigen Ast gesetzt werden. Dort bleibt es geschützt und kann weiterhin von den Eltern versorgt werden.
Wichtig ist: Nicht mit nach Hause nehmen. Die Altvögel finden ihren Nachwuchs über Rufe wieder.
Junge Säugetiere: Abstand halten
Auch bei jungen Säugetieren wie Feldhasen oder Rehkitzen gilt: Bitte nicht anfassen. Diese Tiere werden von ihren Eltern bewusst allein gelassen, oft über mehrere Stunden hinweg. Das dient ihrem Schutz, da sie so weniger Aufmerksamkeit von Fressfeinden auf sich ziehen.
Nur wenn ein Tier offensichtlich verletzt ist oder sich in einer akuten Gefahrensituation befindet, sollte gehandelt und fachkundige Hilfe hinzugezogen werden.
Einladung ins Tierheim
Das Team des Tom-Tatze-Tierheim wünscht allen Naturfreunden eine erlebnisreiche Frühlingszeit – mit dem nötigen Respekt gegenüber der Tierwelt. Ein Termin für den Kalender steht ebenfalls schon fest: Am Sonntag, 21. Juni, lädt das Tierheim von 11 bis 17 Uhr zum Sommerfest mit Bücherflohmarkt und Livemusik ein.
Weitere Informationen auf: https://www.tierschutz-wiesloch-walldorf.de/
Kurz-URL: https://nussloch-lokal.de/?p=194949



























