Zum World Refill Day: NABU fordert mehr Nachfüllverpackungen im Handel
Nachfüllsysteme sollen Verpackungsmüll reduzieren
(nabu 17.6.26) Anlässlich des World Refill Day am 16. Juni spricht sich der Naturschutzbund Deutschland (NABU) für einen stärkeren Ausbau von Nachfüllangeboten im Handel aus. Nachfüllverpackungen, wiederbefüllbare Behälter und Trinkwasserstationen könnten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Verpackungsmüll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen.
Nachfüllpackungen bei Flüssigseife bereits weit verbreitet
Eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar im Auftrag des NABU zeigt, dass sogenannte „Refill at home“-Lösungen insbesondere bei Flüssigseifen bereits fest im Alltag vieler Verbraucher angekommen sind. Demnach kennen 88 Prozent der Befragten entsprechende Nachfüllverpackungen, während 74 Prozent diese innerhalb der vergangenen sechs Monate genutzt haben.
Nach Ansicht des NABU bieten Nachfüllpackungen sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile. Durch den geringeren Materialeinsatz könne der Plastikverbrauch oftmals deutlich reduziert werden. Gleichzeitig seien Nachfüllprodukte in vielen Fällen günstiger als herkömmliche Verpackungen.
Bekanntheit bei anderen Produkten noch ausbaufähig
Trotz der positiven Entwicklung bei Flüssigseifen sieht der Umweltverband bei anderen Produktgruppen noch erheblichen Nachholbedarf. So gaben 70 Prozent der Befragten an, in den vergangenen sechs Monaten keine Nachfüllpackungen für Shampoo oder Duschgel gekauft zu haben.
Ein Grund dafür könnte die fehlende Bekanntheit entsprechender Angebote sein. Laut Umfrage wissen 44 Prozent der Verbraucher nicht, dass es Nachfüllverpackungen für Shampoo und Duschgel gibt. Bei Reinigungsmitteln liegt dieser Wert bei 39 Prozent.
NABU sieht Handel und Hersteller in der Pflicht
Nach Auffassung des NABU scheitert die stärkere Nutzung von Nachfüllsystemen häufig nicht am Interesse der Verbraucher, sondern am begrenzten Angebot in den Geschäften. Wo entsprechende Produkte nicht verfügbar seien, könnten sie auch nicht gekauft werden.
Der Verband appelliert deshalb an Hersteller und Einzelhandel, das Sortiment an Nachfüllverpackungen deutlich auszuweiten. Da für „Refill at home“-Produkte weder neue Vertriebswege noch aufwendige Infrastruktur notwendig seien, könnten entsprechende Angebote vergleichsweise schnell ausgebaut werden.
Nachfüllsysteme als Beitrag zur Kreislaufwirtschaft
Aus Sicht des NABU sollte die Nutzung von Nachfüllverpackungen künftig stärker zum Alltag gehören. Jede verkaufte Nachfüllpackung könne dazu beitragen, Verpackungsabfälle zu reduzieren und den Verbrauch von Rohstoffen zu senken. Der Umweltverband sieht darin einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Kreislaufwirtschaft.
Text und Foto: NABU
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